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Brandschutz-Glossar

Nutzen Sie unser Glossar um Ihr Wissen rund um das Thema „Brandschutz” zu erweitern. Um die Erklärung eines Begriffs zu lesen, klicken Sie auf das Wort oder das Plus am Ende der Zeile. Fehlt ein Begriff? Dann geben Sie uns gerne unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. Bescheid. Wir pflegen ihn dann umgehend in dieses Glossar ein.

Aufstellfläche

Die Aufstellfläche dient der sicheren Positionierung des Hubrettungsgerätes der Feuerwehr. Sie ist unmittelbar oder über Zufahrten mit der öffentlichen Verkehrsfläche verbunden. Sie darf nicht überbaut werden und muss ausreichend befestigt sowie tragfähig sein. 

Bewegungsfläche

Als Bewegungsfläche wird eine befestigte und tragfähige Fläche auf einem Grundstück definiert, die den Feuerwehrfahrzeugen für den taktischen Einsatz dient. Sie befindet sich in der Regel auf der öffentlichen Verkehrsfläche oder ist durch eine Zufahrt an die öffentliche Verkehrsfläche angebunden. Dort können die Fahrzeuge abgestellt, Geräte entnommen und bereitgestellt sowie Rettungs- und Löschmaßnahmen sicher durchgeführt werden.

Brandabschnitt

Ein Brandabschnitt ist ein baulich abgegrenzter Bereich innerhalb eines Gebäudes, der durch Brandwände oder Außenwände über alle Geschosse hinweg abgetrennt ist. Die Ausbildung von Brandabschnitten verzögert oder verhindert die Ausbreitung eines Brandes effektiv, sodass eine sichere Evakuierung der Personen und wirksame Löschmaßnahmen durch die Feuerwehr möglich sind.

Brandschutzkonzept

Brandschutzkonzepte werden üblicherweise von qualifizierten Fachplaner erstellt und stellen eine wichtige Grundlage im Baugenehmigungsverfahren dar. Dort werden alle Maßnahmen des baulichen, anlagetechnischen, organisatorischen und abwehrenden Brandschutzes umfassend beschrieben und miteinander verknüpft. Die Hauptaufgabe des Brandschutzkonzeptes ist die Einhaltung der Schutzziele, welche aus den öffentlich-rechtlichen Vorschriften hervorgehen. Dabei werden die spezifische Nutzung des Gebäudes, die damit verbundenen Risiken und das mögliche Schadensausmaß detailliert betrachtet. 

CFD-Modell

CFD steht für "Computational Fluid Dynamics" und beschreibt ein Feldmodell zur Brandsimulation. Bei dieser Methode wird ein Raum in ein dreidimensionales Rechengitter unterteilt. Für die Zellen innerhalb des Rechengitters werden die grundlegenden physikalischen Prinzipien für Impuls-, Massen- und Energieerhaltung zugrunde gelegt. Mithilfe dieser Gleichungen lassen sich die Strömungseffekte, Temperaturverteilungen und die Rauchgasausbreitung in einem Raum präzise darstellen.

Durchfahrt

Bei einer Durchfahrt handelt es sich um eine überbaute Feuerwehrzufahrt, welche die öffentliche Verkehrsfläche mit den erforderlichen Aufstell- und Bewegungsflächen für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr verbindet. Sie verläuft in der Regel durch oder unter Gebäudeteilen. Dabei ist insbesondere die Bemessung der lichten Höhe und Breite von besonderer Bedeutung, da sichergestellt werden muss, dass die Durchfahrt von Feuerwehrfahrzeugen einschließlich ihrer Aufbauten sicher und ungehindert genutzt werden kann.

Einspeiseeinrichtung

Eine Einspeiseeinrichtung ist eine spezielle bauliche oder technische Vorrichtung, die es der Feuerwehr ermöglicht, Löschwasser direkt von ihren Einsatzfahrzeugen in die interne Löschwasseranlage eines Gebäudes zu pumpen.

Erstinformationsstelle

Die Erstinformationsstelle beschreibt einen festgelegten Bereich, an dem die Feuerwehr bei der Ankunft in einem Gebäude unverzüglich alle brandschutztechnisch relevanten Informationen erhält. Sie dient als zentraler Anlaufpunkt für die Einsatzkräfte und ermöglicht einen schnellen Überblick über die aktuelle Lage im Schadensfall.

Feuerwehrplan

Ein Feuerwehrplan ist ein nach DIN 14095 genormter Einsatzplan, welcher der Feuerwehr im Schadensfall eine rasche Orientierung und effektive Einsatzleitung ermöglicht. Er enthält wesentliche Informationen zum Objekt, dazu zählen insbesondere die Lage brandschutztechnischer Einrichtungen (z.B. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Steigleitungen) sowie die Kennzeichnung von Gefahrenschwerpunkten (z.B. Lager für Gefahrstoffe).

Flammenmelder

Ein Flammenmelder gehört zu der Kategorie der automatischen Brandmeldern. Die Detektion erfolgt durch die von den Flammen ausgehenden elektromagnetische Strahlung im ultravioletten, infraroten oder in mehreren dieser Spektralbereiche gleichzeitig. Dadurch kann ein Flammenmelder ein Feuer schnell detektieren, weshalb er besonders für Bereiche, in denen es zu schnellen Brandverläufen kommt, prädestiniert ist. Typische Anwendungsbereiche sind industrielle Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen oder offene Hallen.

Gebäudeklasse

Die brandschutztechnischen Anforderungen an ein Gebäude werden anhand ihrer Gebäudeklassen definiert. Maßgebend für die Bestimmung der Gebäudeklasse ist die Höhe der Fußbodenoberkante des höchstgelegenden Geschosses, in dem Aufenthaltsräume vorhanden sind, sowie die Anzahl und Größe der vorhandenen Nutzungseinheiten. Je höher die Gebäudeklasse, desto höher sind in der Regel auch die Anforderungen an den Brandschutz. Nach der Musterbauordnung § 2 (3) werden Gebäude folgendermaßen in Gebäudeklassen eingeteilt:

  • Gebäudeklasse 1: a) freistehende Gebäude mit einer Höhe < 7m und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m² und b) freistehende land- oder forstwirtschaftlich genutzte Gebäude,
  • Gebäudeklasse 2: Gebäude mit einer Höhe < 7m und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m²,
  • Gebäudeklasse 3: sonstige Gebäude mit einer Höhe < 7m,
  • Gebäudeklasse 4: Gebäude mit einer Höhe < 13 m und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 m²,
  • Gebäudeklasse 5: sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude.

Harte Bedachung

Von einer harten Bedachung spricht man, wenn alle Bestandteile der Dachkonstruktion widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme sind. Zu den Bestandteilen der Dachkonstruktion zählen insbesondere Dämmung, Dachabdichtungen sowie Öffnungen.

Infrarotmelder

Bei einem Infrarotmelder handelt es sich um einen automatischen Brandmelder, welcher Flammen anhand ihrer Infrarotstrahlung erkennt. Im Gegensatz zu anderen Flammenmeldern reagiert er ausschließlich auf Strahlung mit einer Wellenlänge von > 850 nm. Dadurch wird die Anfälligkeit für Fehlalarme durch andere UV-Quellen wie Sonneneinstrahlung erheblich reduziert. Infrarotflammenmelder werden bevorzugt in Umgebungen mit hoher Fremdstrahlung, z.B. in petrochemischen Anlagen, Kraftwerken oder Außenbereichen mit direkter Sonneneinstrahlung, eingesetzt.

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Komplextrennwand

Eine Komplextrennwand funktioniert ähnlich wie eine Brandwand, wird allerdings nicht aus bauordnungsrechtlicher, sondern aus Sicht des Gebäudeversicherers, erforderlich. Eine Komplextrennwand trennt zwei "Komplexe" brandschutztechnisch voneinander ab. Komplextrennwände müssen mindestens 180 min. Feuerwiderstandsfähigkeit aufweisen (F180) und mindestens 30 cm über Dach geführt werden. In der Regel werden sogar 80 cm empfohlen.

Lagerguthöhe

Die Lagerguthöhe beschreibt die vertikale Höhe gestapelter Waren oder Materialien in einem Raum. Sie wird vom Fußboden bis zur Oberkante des höchstgelegensten Lagergutes gemessen.

Löschwasserbehälter (unterirdisch)

Bei einem unterirdischen Löschwasserbehälter handelt es sich um einen überdeckten Löschwasserspeicher, welcher ins Erdreich eingelassen ist. Aufgrund seiner Bauweise wird das gespeicherte Löschwasser effektiv vor Verunreinigungen, Verdunstung und Frost geschützt.

Löschwasserbrunnen

Ein Löschwasserbrunnen ist eine künstlich angelegte Wasserentnahmestelle, die den Zugang zu Grundwasser ermöglicht. Die Entnahme des Löschwassers kann über eine Pumpe im Saugbetrieb oder mithilfe einer fest installierten Tiefpumpe erfolgen.

Maschinelle Rauchabzugsanlage

Maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA) sind technische Einrichtungen, welche Brandrauch sowie heiße Gase mithilfe von Ventilatoren gezielt aus einem Gebäude ableitet. Im Vergleich zu natürlichen Rauchabzugsanlagen sind diese nicht auf thermischen Auftrieb angewiesen.

Natürliche Rauchabzugsanlage

Eine natürliche Rauchabzugsanlage (NRA) ist eine technische Einrichtung, die Brandrauch und thermische Gase mittels thermischen Auftriebs über Dach- oder Fassadenöffnungen ins Freie leitet.

Organisatorischer Brandschutz

Der Organisatorische Brandschutz ist Teil des vorbeugenden Brandschutz und umfasst betriebliche und organisatorische Maßnahmen, um Brände ausreichend zu verhindern. Dazu gehören beispielsweise Mitarbeiterunterweisungen, die Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen oder die Bereitstellung von Kleinlöschgeräten.

Plume

Eine Plume bezeichnet eine vertikal aufsteigende Rauchgassäule über der Brandquelle.

Qualm

Bei Qualm handelt es sich um ein, bei der Verbrennung entstehendes, Aerosol. 

Rauchschürze

Eine Rauchschürze ist eine Abhängung von der Decke, die im Brandfall die Ausbreitung von Rauch und heißen Gasen begrenzt. Zudem dient sie der Kanalisation des Rauches und sorgt durch die Verkleinerung des Raumvolumenes für eine effizientere Rauchableitung.

Rettungsweg

Ein Rettungsweg ist ein Fluchtweg, welcher sowohl für die Selbstrettung von Personen als auch für die Fremdrettung durch die Feuerwehr geeignet ist. Er ermöglicht die sichere Rettung aller im Gebäude befindlichen Personen. 

Stöchiometrischer Luftbedarf

Der stöchiometrische Luftbedarf gibt die exakte Menge an Luft an, die für die vollständige Verbrennung eines brennbaren Stoffes erforderlich ist, ohne dass unverbrannte Rückstände verbleiben. Sie wird auf Basis der stöchiometrischen Reaktionsgleichung berechnet.

Stützbreite

Die Stützbreite beschreibt den seitlichen Abstand eines Feuerwehrfahrzeuges, wenn dessen Stützen für den Einsatz ausgefahren und abgesenkt sind. Sie wird zwischen den äußersten Punkten der Stützen einschließlich der Bodenteller gemessen und gibt an, wie viel Platz ein Fahrzeug im abgestützten Zustand benötigt.

Tragbare Leiter

Bei der tragbaren Leiter handelt es sich um ein Rettungsgerät der Feuerwehr. Sie werden im Fahrzeug mitgeführt und können bei Bedarf aufgestellt werden. Diese werden vorallem bei der Personenrettung in Gebäuden mit geringer Höhe eingesetzt.

Übertragungseinrichtung

Eine Übertragungseinrichtung ist eine technische Komponente, welche Störungen der Brandmeldeanlage (z.B. Kabelbrüche oder Kurzschlüsse) automatisch an eine Empfangszentrale weiterleitet. Sie stellt die Verbindung zwischen der Brandmeldezentrale und der ständig besetzten Stelle her. 

Ventilator

Ein Ventilator ist im Brandschutz ein technisches Gerät, welcher zur Förderung von Gasen wie Luft oder Rauch in oder aus einem Bauwerk eingesetzt wird. Sie sind für maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA) oder Rauchschutz-Druckanlagen (RDA) unerlässlich. Damit sie im Brandfall zuverlässig funktionieren, müssen diese eine spezielle Temperatur- und Rauchgasbeständigkeit nachweisen. Auch die Feuerwehr verwendet sie zur taktischen Ventilation.

Vorlagebehälter

Unter Vorlagebehälter versteht man einen Behälter zur Bevorratung von Löschwasser. Er dient der Absicherung der Löschwasserversorgung und stellt gleichzeitig eine physikalische Trennung zwischen der Trinkwasserinstallation und der Löschwasseranlage her. Dadurch wird verhindert, dass verunreinigtes Löschwasser in das Trinkwassernetz zurückfließt.

Wandhydrant

Ein Wandhydrant ist eine fest installierte Löscheinrichtung in einem Gebäude zur Brandbekämpfung. Er besteht aus einem Schlauch, einem Strahlrohr sowie einem Anschlussventil und ist in einem Schrank oder hinter einer Abdeckung geschützt untergebracht. Im Brandfall kann Löschwasser schnell und gezielt bereitgestellt werden, indem der Schlauch abgerollt und das Strahlrohr zur Brandbekämpfung genutzt wird.

Wandhydrant mit formstabilen Schlauch - Typ F

Ein Wandhydrant mit einem formstabilem Schlauch (Typ F) ist eine ortsfeste Löschwasseranlage, die dauerhaft an eine Löschwasserleitung angeschlossen ist. Er kann als Nass- oder als Nass-Trocken-Anlage ausgeführt sein. Dieses Löschgerät dient vorallem der Brandbekämpfung durch die Feuerwehr.

Wandhydrant mit formstabilen Schlauch - Typ S

Ein Wandhydrant des Typs S ist eine fest installierte Löscheinrichtung mit formstabilem Schlauch, die direkt an die Löschwasserleitung angeschlossen ist, jedoch ausschließlich zur Selbsthilfe dient. Im Gegensatz zu Typ F ist dieser Wandhydrant nicht für den Einsatz durch die Feuerwehr vorgesehen.

Xenon-Blitzleuchte

Bei der Xenon-Blitzleuchte handelt es sich um einen optischen Signalgeber, welcher durch die Entladung eines Kondensators in einer, mit Xenon-Gas gefüllten, Röhre extrem helle, kurzzeitige Lichtblitze erzeugt. 

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Zufahrt

Eine Feuerwehrzufahrt ist eine dauerhaft befestigte und durchgängige Verkehrsfläche auf einem Grundstück, welche eine unmittelbare Anbindung an die öffentliche Verkehrsfläche gewährleistet. Sie ermöglicht der Feuerwehr das Erreichen von Aufstell- und Bewegungsflächen.